Samstag, 28. Januar 2012

"Äten, fräten, supen, langsom gohn und pupen" oder sprechen Sie Platt?

Plattdütsch.
Ein Dialekt, der so manchen Buttenlanner (Ausländer) aus der anderen Seite der Elbe schwer verständlich sein mag.


Eine charmante Art diesen Sprachdialekt anderen schmackhaft zu machen, dürfte Ina Müller drauf haben:
Lange Zeit bot sie im Duo "Queen Bee" einen kunterbunten Mix aus Kabarett und Musik dar, bei dem sie unter anderem ihre norddeutsche Herkunft humorvoll behandelten oder auch diverse Lieder auf Plattdeutsch sangen.
Bei "Hör mal´n beten to" ("Hör mal ein bisschen zu") liest sie (neben anderen Autoren) selbst geschriebene kurze Texte, in denen es um Alltagsgeschichtchen geht.
Im Fernsehen kann man sie regelmäßig als Moderatorin der Sendung "Inas Nacht" sehen:
In der Hamburger Kneipe "Zum Schellfischposten" sitzt sie mit verschiedensten Gestalten, die man aus der Musik oder dem Fernsehen kennt, am Tresen zusammen, stellt unter anderem Publikumsfragen (welche vorher auf Bierdeckeln notiert wurden), singt bisweilen mit ihnen und treibt allerlei anderen Schabernack mit ihnen.
Vergangene Gäste waren, zum Beispiel, Tim Mälzer, Jan Delay, Nina Hagen oder Eckart von Hirschhausen.
Zu guter Letzt macht sie auch mit zahlreichen Cds musikalisch von sich reden:
Auf ihrem Album "Die Schallplatte - nied opleggt" vertont sie bekannte Stücke neu auf Plattdeutsch und macht aus einem "Knockin´ on heaven´s door" schon mal ein "Lockiget Hoor".


Bei radiobremen findet man praktischerweise einen kompakten Onlinekurs zum Plattdeutschen:
In 19 Lektionen findet man kleine Texte zum Nachlesen und Anhören, Redewendungen, Vokabeln und Übungen zum Ganzen.


Als ungewöhnlicher Vertreter des Plattdütschen dürfte manchen zu Anfang der Schauspieler und Moderator Yared Dibaba erscheinen:
Der gebürtige Äthopier moderiert mit Julia Westlake die Sendung "De Welt Op Platt" bei der Menschen aus aller Welt zu Worte kommen, die des Plattdeutschen mächtig sind.
Romantischer geht es bei "Land & Liebe" zu (ehemals moderiert von Ina Müller) - es handelt sich dabei um eine norddeutsche Dokumentar-Soap, die Singles aus der Stadt mit solchen aus dem Land zusammen bringt. Im Unterschied zu einer ähnlichen und umstrittenen Fernsehreihe wird den Zuschauern das tatsächliche Leben und Arbeiten auf einem landwirtschaftlichen Betrieb nahe gebracht und die Landwirte dabei nicht als Bauerntrottel dar gestellt.


Wer keine Probleme hat das Plattdeutsche zu verstehen sollte auf jeden Fall einen Besuch beim Ohnsorg-Theater wagen:
Seit 1902 werden vornehmlich Stücke in dieser Mundart (manchmal auch auf Hochdeutsch) aufgeführt und seit geraumer Zeit auch regelmäßig im Fernsehen übertragen.
Das bekannteste Gesicht des Ensemble dürfte die verstorbene Schauspielerin Heidi Kabel sein, nach der auch der Platz benannt wurde an dem sich das Theater nach einem Umzug nun befindet.
Ohnsorg-Theater
Heidi-Kabel-Platz 1 (beim Hauptbahnhof), 20099 Hamburg
Preis: 10,50-51€



Übrigens:
Die Worte "Äten, fräten, supen, langsom gohn und pupen" im Titel bedeuten "Essen, fressen, trinken, langsam gehen und furzen" - also praktisch ein kurze Zusammenfassung von purer Lebensfreude.

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